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Innovative Verlegeverfahren – Ein Praxisbericht

Seit der MICUS-Studie Innovative Verlegeverfahren beim Glasfaserbau aus dem Jahr 2017 wurden weitere technische Fortschritte im Bereich innovativer Verlegeverfahren gemacht.

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Wir besuchen regelmäßig Baustellen, auf denen überwiegend innovativer Tiefbau und nur noch in Ausnahmefällen klassischer Tiefbau betrieben wird. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fließen in unsere Analysen ein und garantieren unseren Kunden einen hohen Praxisbezug hinsichtlich der Beratungsergebnisse.

Innovative Verlegeverfahren zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie:

  1. weitestgehend rein maschinell erfolgen und auf aufwendige Handschachtungen verzichten und
  2. vielfach rein unterirdisch erfolgen (grabenlos) und es zu keiner Beeinträchtigung der Oberfläche kommt.

Bei der Verlegung von Leerrohren greift eine Vielzahl der Tiefbauunternehmen derzeit noch zu selten auf derartige Verfahren zurück. Der größere Teil der Baumaßnahmen wird weiterhin als klassischer Tiefbau durchgeführt.

Das sprach bisher für klassischen Tiefbau:

  1. Bei den Straßenbaulastträgern, insbesondere den Kommunen, bestehen erhebliche Vorbehalte gegenüber innovativer Verlegung
  2. Zahlreiche Tiefbauunternehmen besitzen keine geeigneten Geräte für innovative Verlegeverfahren
  3. Die Preismodelle für klassischen Tiefbau erscheinen für die ausführenden Unternehmen oftmals attraktiver
  4. Es sind genaue geologische Kenntnisse des Untergrunds erforderlich, um das richtige Verlegeverfahren auszuwählen
  5. Es bedarf genauer Kenntnisse der bereits vorhandenen Infrastrukturen im Boden, um Beschädigungen zu vermeiden

Seit einigen Jahren ist ein Umdenken bei den Verlegeverfahren festzustellen, denn:

  1. Klassischer Tiefbau ist zu teuer für den Glasfaserausbau
  2. Offene Baustellen verärgern die Bürger zunehmend
  3. Erhöhte Nachfrage nach Glasfaser erfordert neue und schnellere Verlegeverfahren
  4. Verpflichtender Einsatz innovativer Verlegeverfahren bei der Nutzung von Fördermitteln

MICUS betreut TK-Unternehmen, die bei ihren Bauvorhaben fast vollständig auf innovative Verlegeverfahren setzen.

Bei diesen Bauvorhaben haben sich 6 Techniken als besonders praktikabel herausgestellt:

1. Flachbohrer

Flachbohrer

Vorteile:

- umweltschonend

- Wegfall von Aushub- und Wiederherstellungsarbeiten

- keine Oberflächenbeschädigung

- Vortrieb durch druckgetriebenen Keil

- exakte Positionierung und Steuerung mittels Detektor

- Bentonit-Spülung zur Kühlung, Verringerung der Reibung und zum Abtransport des Bohrguts

- ideal für lockere und unverfestigte Böden

- Stundenleistung: 20 - 50 m

- Verlegekosten: 38 - 55 €/Meter

 

2. Horizontalspülbohrer

Horizontalspülbohrer

Vorteile:

- umweltschonend

- Wegfall von Aushub- und Wiederherstellungsarbeiten

- keine Oberflächenbeschädigung

- exakte Positionierung und Steuerung mittels Detektor

- Bentonit-Spülung zur Bohrkopfkühlung

Stabilisierung des Bohrloches und zum Abtransport des Bohrmaterials

- mit entsprechendem Bohrkopf ideal auch für felsige Böden 

Vermeidung von Aufbrüchen bei hochwertigen Oberflächen

- Stundenleistung: 20 - 50 m

- Verlegekosten: 38 - 55 €/Meter

 

3. Erdrakete

Vorteile:

- keine Beschädigung der Oberfläche

- kurze Umrüstzeiten

- Zielgenau auch bei steinigen Böden

- Vortrieb allein durch Verdrängung, keine Bohrspülung

- ideal für kleinräumige Unterführungen (Straßenquerungen, Hausanschlüsse)

- Stundenleistung: 6 - 10 m

- Verlegekosten: 25 - 40 €/Meter

 

4. Kabelpflug

Kabelpflug

Vorteile:

- Vibrationsverdrängung durch das Pflugschwert erzielt sehr schmalen Aufbruch

- Verlegetiefe bis 1,2m bietet reichlich Schutz durch Überdeckung

- hohe Verlegeleistung

- kein Aushub/Auswurf

- ideal für Verlegungen entlang von Wegen, Straßen und Feldern

- Stundenleistung: 100 - 200 m

- Verlegekosten: 8 - 12 €/Meter

 

5. Fräse (Kreis- und Schwertfräse)

Fräse

Vorteile:

- mit Meißeln besetztes Fräsblatt

- geeignet auch für felsige Böden

- gerade Grabenwände/-sohlen

- Auswurf zur Wiederverfüllung bestens geeignet

- ideal für verdichtete und/oder felsdurchsetzte Wege und Querungen

- Stundenleistung: 200 - 400 m

- Verlegekosten: 14 - 22 €/Meter

 

6. Kleinbagger

Kleinbagger

Vorteile:

- geringer Platzbedarf

- geringe Kosten

- schneller Transport mittels Anhänger

- einfaches Handling

- ideal für Kopflöcher

Nachteil:

- geringe Vortriebsleistung

- Aushublogistik zum Teil komplex

Vorteile der Nutzung innovativer Verlegeverfahren zur weiteren Kostenoptimierung:

  1. Kombination aller Verfahren führt zu einer weiteren Kostenreduzierung.
  2. Höchstmaß an Mobilität der Geräte. Alle Geräte erreichen mindestens 40 km/h (Transport des Baggers auf einem Anhänger).
  3. Alle Verlegeverfahren gehen tiefer als 60 cm. In der Regel keine untiefe Verlegung.

Alle Verfahren sind günstiger als klassischer Tiefbau, häufig mehr als 50%.